Ein Tagwerker in der Musikwissenschaft

Wie Klaus Frieler seine inflationäre Zettelwirtschaft mit tagwerk bändigt und welche Projekte er sonst noch so verfolgt…

Ein Tagwerker in der Musikwissenschaft 

Kurzbiographie
Klaus Frieler kann alles! Der Wahl-Hanseat ist studiert in Philosophie, diplomiert in theoretischer Physik, promoviert in Systematischer Musikwissenschaft und jetzt auch noch Freelancer. Seit 2001 arbeitet er auf freiberuflicher Basis und erstellt Musikgutachten, ist als Web- und Softwareentwickler unterwegs. Außerdem ist er der Verfasser mehrerer schöner Blogbeiträge für unseren tagwerkblog. Hier nun einige seiner weiteren Rollen:

Klaus Frieler als Klaus Frieler:
Ich arbeite als… Musikgutachter und wissenschaftlicher Berater. Manchmal texte ich auch für tagwerk.
Ich wohne in… Hamburg.
Mein Markenzeichen ist… eine gelbe Eule.
Ich bin erreichbar unter… www.mu-on.org

Klaus Frieler als Freelancer:
Mein letztes Projekt… Ein Gutachten für eine persische Popband, die einen Bollywood-Star verklagt hat.
Mein Schreibtisch bedeutet für mich…siehe Schreibtischtrilogie im tagwerk Blog
Mein Laptop… is my castle
Beim Arbeiten in Teams… ist man nicht so allein.

Klaus Frieler als Tagwerker:
Meine Lieblingsfunktion bei tagwerk ist… „Ein neues Projekt anlegenDas erste was ich mache, wenn ein neuer Auftrag vom Himmel fällt. Neuen Kunden anlegen, Budgetrahmen festlegen und direkt die Statistik checken, wie es mit der Wirtschaftlichkeit aussieht.
Bei tagwerk vermisse ich nur noch… die automatische Akquisefunktion.

Klaus Frieler als Buchhalter:
Meine Zettelwirtschaftist inflationär.
Das Gute an der Buchhaltung ist… ,den inneren Schweinehund überwunden zu haben.

Klaus Frieler als Botschafter:
Das müsst Ihr ausprobieren: Meinen (Büro-)Cappuccino.


Wir freuen uns sehr, Ihnen hiermit den ersten Beitrag unserer neuen Serie “Tagwerker” zu präsentieren. Wir geben tagwerk-Nutzern somit regelmäßig die Möglichkeit, sich unserer Netzgemeinde vorzustellen, uns Feedback zu tagwerk zu geben und Ihnen die Nutzungsmöglichkeiten von tagwerk zu demonstrieren. Wollen Sie auch teilnehmen? Einfach eine Mail an Paula unter ziegler@mein-tagwerk.de schicken!

15. April 2012 at 15:17 Hinterlasse einen Kommentar

Der leere Schreibtisch oder: Die Welt ist mein Büro (Schreibtischtrilogie Teil III)

Nun, eine Schreibtischtrilogie zu schreiben ist eigentlich etwas witzlos, denn wer hat denn heutzutage noch einen festen Schreibtisch? Man hat einen Laptop, mit dem man durch die Co-Workingspaces und Cafés dieser Welt nomadisiert. That’s it. Auch ich bin da keine Ausnahme mehr: Die Welt ist mein Schreibtisch! Das Büro ist in uns. So sitze ich z.B. gerade an einem alten Küchentisch in einer Plattenbausiedlung einer osteuropäischen Großstadt und die Sonne scheint mir auf den Bildschirm. Vielleicht nehme ich auch gleich meinen Laptop und setze mich in ein Szenecafé in der Innenstadt und arbeite dort Cappuccino schlürfend weiter. Wie geil ist das denn? Vor der Abschaffung der Schreibtische (und deren dadurch geschaffene Omnipräsenz, die ins Virtuelle spielt), sah das aber noch ganz anders aus. Und das erinnert mich an eine kleine Geschichte, die ich nicht vorenthalten will.

Vor einigen Jahren hatte ich dieses Freelancerleben mal wieder satt und hab mich auf eine feste Stelle beworben, bei einer dieser schicken Internetklitschen, die in umgebauten Industriebauten residieren. Es war kurz vor Weihnachten, das Wetter war mies und ich fühlte mich auch mies. Ich schlurfte im Nieselregen über den verlassenen Straßenbahnring bis ich endlich den Eingang zu dem Betrieb gefunden hatte. Was mich erwartete, war ein hochmodernes Büroparadies, das mich mit staunender Ehrfurcht erfüllte – und das sollte es wohl auch. In der Lounge hing ein riesiger Elchkopf über einem Kamin, in dessen leeren Augen sich einige Softwareentwickler spiegelten, die sich darunter auf mondänen Ledersofas fläzten, um sich von den Strapazen des Kickerns zu erholen. Eine freundliche Dame führte mich in einen ebenso mondänen Meeting Room, bot mir Kaffee an, bevor ich dann u.a. von einem Mittzwanziger in die Zange genommen wurde. Aber das ist gar nicht der Punkt hier. Der Punkt ist ein ganz anderer: Während mich die Kaffeetante durch die riesigen Großraumbüros lotste, sah ich überall mächtige Mahagonischreibtische, an denen verloren wirkende Gestalten mit Kopfhörern an ihren Laptops saßen, und die kaum aufblickten als ich vorbeiging. Es herrschte eine fast unheimliche Stille. Aber das wirklich Unheimliche war: Die Schreibtische waren bis auf die Laptops leer! Die Kaffeetante erzählte mir stolz, dass es bei ihnen total modern zuginge: keine festen Arbeitsplätze für niemanden, weit und breit kein Papier mehr und natürlich free softdrinks für alle. Ich aber war geschockt. Diese leeren Schreibtische strahlten noch weniger Vitalität aus als die Augen des armen Lounge-Elchs (war der überhaupt echt?!) Wie soll man da arbeiten? Bisher hatte ich leere Schreibtische immer für ein Zen-Koan gehalten. Aber anscheinend gab es sie wirklich. Doch war diese Erfahrung wie wenn man in einen leeren Spiegel blickt. Als ich so darüber nachdachte und der Kaffeetante weiter hinterher trottete, hatte ich eine Erleuchtung, die mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf. Leider kann ich das nicht in Worte fassen, wie das halt so ist, wenn man ein Fitzelchen vom Nirwana erblickt. Das muss jeder selbst tun. Aber ihr könnt es euch ja denken.

14. März 2012 at 19:16 Hinterlasse einen Kommentar

Zettel’s Alptraum (Schreibtischtrilogie Teil II)

 Preußische Finanzbeamte bei einem Gelage 1919 (c) www.zeitensprung.de

So, jetzt ist später. Wie im ersten Teil angekündigt, müssen wir auch über die dunkle Seite des Chaos sprechen. Es tut mir leid, aber es muss sein. Also. Gerade war mal wieder Steuerzeit. Viele meiner freelancenden Freunde stöhnten oder nahmen es als Vorwand die nächste Verabredung abzusagen: „Du, tut mir echt Leid, aber ich muss noch die Steuer machen“. Nicht, dass ich nicht selbst mal Umsatzsteuervoranmeldungen machen musste, auch wenn das schon eine Weile her ist, ich hab mich aber trotzdem immer gefragt. „Was meinen die denn bloß?“ Denn bei mir war das immer in 5 Minuten erledigt. Ohne Steuerberater. Und ohne tagwerk. Aber ich hatte auch ein sehr einfaches System: Ich hab nämlich einfach nichts von der Steuer abgesetzt. Fertig. Das  Sammeln von Quittungen und Belegen war mir immer viel zu mühselig. Und es führt zu GROSSEN unsortierten Zettelhäufchen, die, wie bei einem guten Freund von mir, nicht nur den Schreibtisch, sondern auch ganze Zimmerböden okkupieren können, durch die man sich auf Zehenspitzen vorsichtig durchmanövrieren muss. „Die Steuer machen“, so fand ich schließlich heraus, heißt wohl, Myriarden von Quittungen und Belegen wiederfinden (oder gar erst ausdrucken), sortieren, zusammentackern und dem Steuerberater schicken. Und deswegen kann man nicht mir in die Kneipe gehen?! Also bitteschön. Aber natürlich, ich weiß nicht wie viele Unsummen ich dem Staat auf meine ignorante Art & Weise geschenkt habe. Aber, mein Gott, irgendwer muss doch für die ganzen Euro-Schutzschirme zahlen, wieso nicht ich? Wer also seine Quittungen und Belege nicht immer sofort mit der peinlichen Akribie eines preußischen Finanzbeamten sortiert, katalogisiert und abheftet, dem wird auch in Zukunft zu Ende eines Quartals der Kneipengang mit mir verwehrt bleiben.
Dabei fiel mir letztens ein, als ich so am Quartalsende alleine an einer Theke saß: Wieso gibt es eigentlich noch keine eQuittungen?! Wo doch sonst alles ver-ee-t wird heutzutage? Das stelle ich mir ganz praktisch vor: Ich kaufe meine Wochenration Heftklammern bei unserem geliebten Büromarkt Hansen, (N.B. der Szenetreffpunkt der kreativen Klasse in Hamburgs Schanzenviertel) und bezahle. Soweit alles ganz normal. Doch dann geht die Magic los: Meine Tagwerk-App verbindet sich per Bluetooth mit der Kasse des Büromarktes und bekommt eine eQuittung übermittelt. Cool. (Auch wenn ich dann die Heftklammern strenggenommen nicht mehr brauche.) Oder so: Abends beim Stammitaliener um die Ecke, nach der Pizza/Pasta-cum-Grappa-Schlacht mit der Freelancer-Gang. Die obligatorische Frage „Kann jemand die Rechnung absetzen?“ Klar, können wir. Einfach den QR-Code unten auf  der Rechnung mit der Tagwerk-App scannen und schwuppdiwupp ist ein eBewirtungsbeleg an den Steuerberater übermittelt worden. So käme das Wort Quittung auch seiner Ursprungsbedeutung wieder näher: lat. quitte heißt nämlich „frei von Schuld sein“  und nicht, dass Belege zu viel Platz auf dem Schreibtisch und im Kopf belegen. Denn dort ist schließlich der Raum für kreatives Chaos.

8. März 2012 at 15:46 1 Kommentar

Schreibtische sind Memotope (Schreibtischtrilogie Teil I)

Als ich gerade so an meinem zugemüllten Schreibtisch saß und darüber nachdachte, was man denn zum Thema Schreibtische schreiben könne, wollte mir partout nichts einfallen. Nur kurz überlegte ich, als Ersatzhandlung meinen Schreibtisch aufzuräumen, nahm aber sofort wieder Abstand davon. Denn falls mal jemand einen Wettbewerb für den unordentlichsten Schreibtisch ausloben sollte, wollte ich auf jeden Fall ganz oben mitspielen. Diese letzte Chance, auch mal was im Leben zu gewinnen, wollte ich mir auf keinen Fall versauen. Also versenkte ich mich in kontemplative Betrachtung des corpus delicti. Als Mann des Wortes ist auf meinem Schreibtisch, neben diversen Kaffeetassen und Gläsern, zwei Computern, einem Bild meiner Liebsten, einer Flaschenpost, Kopfhörern, Mäusen, Stiften, Lochern und Tackern, vor allem eins zu finden: Papier. Papier. Und noch mal Papier. Zum Teil in Buchform, meistens aber als Ausdrucke von eigenem und fremden Geschreibsel. (So viel zum Thema papierloses Büro.) Ach ja, und leider auch in Form eines Steuerbescheides, der mich ob seiner Höhe auch weiterhin in Knechtschaft halten wird (tja, hätte ich 2010 schon Tagwerk benutzen können, dann wäre mir  das wohl nicht passiert). In den Regalen hinter mir: Noch mehr Papier. Wahrscheinlich hab ich zweimal den Inhalt meiner Festplatte als Ausdruck hier rumfliegen. Was für ein Glück nur, dass man Musik nicht drucken kann.

Wenn man so auf das Chaos vor einen blickt, kommen einem natürlich schon Selbstzweifel: Bin ich etwa faul? Bin ich ein Schlamp? Bin ich ein schlechter Mensch? Und es stellt sich mir die Frage, ob wie bei Hemingway innere = äußere Welt gilt, was bedeuten würde, dass es in mir auch so unordentlich aussieht. Letzteres kann ich ohne Probleme bejahen. Ich bin aber sehr geneigt, das als kreatives Chaos  zu bezeichnen. Denn letztlich sind unaufgeräumte Schreibtische wie auch konfuse Oberstübchen nichts anderes als fruchtbare Memotope, in denen das Genie aufblüht. Überhaupt Memotope. Tolles Wort. Meine Erfindung. Benannt diese lustigen kleinen Gedankenviechern, die Richard Dawkins in den 70ern in seinem Buch „Das egoistische Gen“ eingeführt hat. Heutzutage kennt man das Mem-Mem vor allem durch Internet-Meme, also die vielen lustigen YouTube-Filmchen und putzigen Katzenbildchen, die per Facebook & Co viral gehen. (Ist eigentlich schon mal jemand aufgefallen, dass die nervigen Mails mit den lustigen Links seit Facebook drastisch zurückgegangen sind? Danke, Facebook!) Aber das ursprüngliche Memkonzept umfasst natürlich viel mehr. Meme kann man sich als so eine Art geistiger Schnupfenvirus vorstellen, der von Mensch zu Mensch hüpft, der sich aber gerne auch auf Papier wiederfindet, z.B. auf meinem Schreibtisch, um die menschliche Kultur voranzutreiben.

Aber schön das auch alles klingt mit den Memotopen und dem kreativen Chaos, so muss doch erwähnt werden, dass es auch eine dunkle  Seite gibt. Doch dazu später mehr.

29. Februar 2012 at 18:43 3 Kommentare

Die rechnet sich

Weil wir uns so freuen: Hier nochmal die Vorstellung von tagwerk in der Brigitte Balance (Heft 1 vom 08.02.2012)

Im Übrigen haben wir folgende Neuigkeiten für Balance-Leser und Sie bereitgestellt:

- wir begrüßen Sie mit einer neuen, interaktiven LandingPage
- Rechnungsnummern können nun individualisiert werden
- die Auswahl bei Kostenarten und Belegen wurde aufgestockt
- die Möglichkeiten für das Aktualisieren und Löschen von Einträgen wurden erweitert

Viel Spaß damit!

26. Februar 2012 at 16:09 Hinterlasse einen Kommentar

Ein Abschied

Es gibt eine Neue.

Du und ich, wir waren lange zusammen. Wir haben sehr viel Zeit, Tag und Nacht miteinander verbracht. Wenn ich nicht mit dir zusammen war, habe ich doch immer wieder an dich gedacht. In der Uni, zuhause, beim Sport und beim Einkaufen, beim Feiern und beim Kochen. Wir hatten viel Spaß zusammen und waren ein gutes Team. Du hast mir sehr geholfen und auch ich habe dich stark vorangebracht. Zusammen sind wir immer besser geworden.
Doch nun ist es vorbei. Du warst mir manchmal zu langsam. Vieles hast du anders gemacht, als ich mir das gewünscht hätte. Und jetzt ist es Zeit, Abschied zu nehmen.

Es gibt eine Neue. Und ich denke nicht, dass ich dich vermissen werde. Sie hat keine deiner negativen Eigenschaften. Im Gegenteil, sie hat alle deine positiven Eigenschaften und noch viel mehr. Sie ist auch jünger als du.
Danke trotzdem für die tolle Zeit. Ohne dich hätte ich sie nie gefunden.

Tschüß Beta.

P.S. Ich möchte dir und unseren Freunden, die uns all die Zeit unterstützt haben mit einer Abschiedsfeier danken -weil ihr’s verdient habt! HIER geht’s zur Einladung.

Die Neue:
tagwerk 1.0. ab 07.02. unter mein-tagwerk.de
Alles was die Beta-Version hatte und noch viel mehr!

2. Februar 2012 at 21:11 Hinterlasse einen Kommentar

Beta ist die neue 1.0

Betaphase oder Betthase?

Das Leben ist heutzutage zu einer permanenten Betaphase geworden. Niemand will mehr so richtig erwachsen werden. Nicht so wie früher, in der so genannten „guten alten Zeit“, wo man spätestens mit 20 seine erste Ehe, sein erstes Kind und seine erste feste Stelle in einem großen Industriebetrieb oder eine kuschelige Behörde angetreten hatte, die man die nächsten 40 Jahre nicht zu wechseln gedachte. So konnte man also fortan problemlos als „erwachsen“ gelten. Dann lebte man so sein Leben 1.0 vor sich, erlebte zwischendurch ein paar Updates (von Floppy-Disk, nicht automatisch aus dem Internet runtergeladen!), Vers. 1.1: das zweite Kind, Vers. 1.2. die Beförderung, Vers. 1.3. die erste Affäre, Vers. 1.4 die erste Scheidung, Vers. 1.5. die zweite Ehe usw. Mit 65 wechselte man dann in den wohlverdienten Ruhestand mit fetten Rentenbezügen und erfreute sich seines Lebens 2.0. Well, those times are probably gone forever (Zappa). Und heute? Viele kommen gar nicht erst über die Alphaphase hinaus (Bildungsverlierer), und die meisten stecken bis zur Rente, die sie aber nicht bekommen werden, weil sie entweder nicht genug eingezahlt haben (Freelancer) oder die Inflation alles weggefressen hat (der Rest), in einer lebenslangen Betaphase fest. Überlange Ausbildungszeiten, bis ins Unendliche verlängerte Postadoleszenzen, Retromania, permanentes Jobhoppping, Patchworkfamilien, der Zwang zu lebenslangen Lernen, Selbstverwirklichung in Schwitzhütten, Coachingseminaren und auf Wellnessfarmen, all das und noch viel mehr hindert den modernen westlichen Menschen (woanders ist das sicher anders) am ordentlichen Erwachsenwerden alten Stils.

Leben wird zu einer Dauerbaustelle des Selbst. Immer noch ist irgendwo ein Bug, der gefixt werden muss, immer noch eine Optimierungsmöglichkeit, die nicht voll ausgeschöpft wurde. Aber dann, wenn dann alles zu Ende optimiert und gefixt ist, dann wird man sicherlich endlich, endlich eine Version 1.0 herausbringen, ganz bestimmt, die Pressemitteilung ist schon in Vorbereitung… Doch dann kommt erst mal der Burn-out, getrieben von Selbstoptimierungswahn und Version 1.0-Angst, und man wird in die Vor-Alpha-Phase zurückgeworfen und muss an seinem Relaunch arbeiten. Die wachsende Ver-beta-isierung des Internets ist da vielleicht ein Symptom des allgegenwärtigen Beta-Lebenstils. Aber, wer weiß, vielleicht ist ja Beta auch die neue 1.0? Auf jeden Fall macht die Autokorrektur meines Textprogramms aus „Betaphase“ kommentarlos einen „Betthasen“. Wahrscheinlich eine Betaversion (MAC). So wie dieser Text.

Übrigens: Die Public Beta Phase von tagwerk endet Ende Januar. Wer sich jetzt noch anmeldet, kann 3 Monate kostenfrei testen. HIER ANMELDEN ZUM TESTEN.

26. Januar 2012 at 17:37 2 Kommentare

Richtige Fehler

Fehler werden in unserer Gesellschaft im Allgemeinen als etwas Negatives angesehen, als etwas, das es zu vermeiden gilt, etwas, dessen man sich schämen muss.
In der Uni werden einem Fehler von der Gesamtpunktzahl abgezogen, in Investment-Banken vom Bonus, in der Politik vom Charakter.
Obwohl heute jeder anpreist, wie wichtig ihm Feedback und offene Kommunikation sei, ist es einem wohl auch deshalb so unangenehm, jemanden auf einen Fehler, eine Tat abweichend von “der Norm” hinzuweisen.

Genau darum ging es aber in den letzten Wochen und Monaten im vergangenen Jahr bei tagwerk: Wir haben fieberhaft getestet, immer wieder nach Fehlern im System gesucht -alles getan um sie heraufzubeschwören und haben uns gegenseitig darauf hingewiesen.
Im Zuge dessen erhielt ich nun diese Mail von Georg:

-und war wohl das erste Mal tatsächlich so richtig stolz auf einen Fehler!

Schade eigentlich, dass man dieses Gefühl nicht öfter hat.  Es ist schließlich offensichtlich, dass wir nicht nur Buchhaltungs-Plattformen, sondern auch uns persönlich durch die richtigen Fehler immer weiter entwickeln und weiter verbessern.

Bei tagwerk lerne ich gerade ganz konkret, meine Kommunikation zu verbessern, von verschiedensten Standpunkten aus zu denken, Feedback zu geben und Verantwortung zu übernehmen. Alles im Team, alles eher so nebenbei, während wir mein-tagwerk.de für euch optimieren, Bugs suchen und beheben, sie herausfordern, hassen und lieben, sodass wir Ihnen eine noch bessere Version präsentieren können!

Schritt für Schritt, Bug für Bug, Fehler für Fehler -immer besser.

(Was bei uns außer mein-tagwerk.de noch schrittweise entstanden ist: hier)

19. Januar 2012 at 20:04 Hinterlasse einen Kommentar

tagwerk hat den Gründergeist

Dominik Demisch, Georg Portwich, Gerald Moll

tagwerk hat den GründerGeist 2011 

Wir haben Ihn, den Gründergeist. Jetzt auch als Preis, Urkunde und mit Laudatio.  Das ist wunderbar, eine tolle Bestätigung für uns und die Idee von tagwerk. Neben dem Preis des Bundesministerium für Wirtschaft unsere zweite Auszeichnung in diesem Jahr. (siehe Blogbeitrag von Georg Portwich Wir sind ausgezeichnet!)

Das Besondere war die Präsentation der zehn vorausgewählten Ideen im Plenarsaal der Handelskammer Hamburg. Die Vorgabe lautete: kein Power Point oder andere technischen Hilfsmittel. Also was tun, als webbasierte SaaS Lösung? Keine Screenshots unserer überzeugenden Leistungen zeigen, keine unserer wunderbaren Animationen? Schwierig, aber nicht unmöglich. Vielmehr hatten wir eine Menge Spass uns eine kleine Dramaturgie zu überlegen und diese am Freitagabend mit Bier und jede Menge Zuschauern (unser Büro liegt an der viel befahrenen Stresemannstrasse mitten in Hamburg) zu üben. Im Zentrum der Performance stand einmal mehr unsere Installation der letzten Zettelwirtschaft Deutschlands (siehe Buchhaltung, Philipp Rösler und die Schwerkraft). Kurz zusammen gefasst, wir waren gut und wir hatten auch noch Spass dabei.

Am 09. Dezember warteten wir also gespannt in der Handelskammer Hamburg auf die Verleihung der Preise. Aus insgesamt über 30 Bewerbungen wurden die innovativsten und aussichtsreichsten Geschäftsideen aus der Metropolregion Hamburg prämiert. Das verrückte für uns war die Laudatio, Herr Demisch/BRL präsentierte uns unsere eigene Idee, faßt die überzeugenden Argumente für tagwerk zusammen und beschreibt die Vorzüge an denen wir das gesamte Jahr über gefeilt, optimiert und getestet haben. Vielen Dank für diese schöne Rede und die Übergabe des Preises durch die Wirtschaftsjunioren. Herzlichen Glückwunsch auch an die anderen Preisträge von rhn Kurier und ensibo.

12. Januar 2012 at 12:49 Hinterlasse einen Kommentar

Wirbelnde Werbe-Wahrheiten

Ein einzelkämpfender Freelancer hat zum Glück selten damit zu tun, es sei denn er arbeitet dummerweise für sie: Die Werbung. Denn das Tolle ist ja, dass Kunden vom Himmel fallen, einem die Türe einrennen und die Mailbox derart mit Anfragen verstopfen, dass man sich vor Aufträgen kaum retten kann…Haha, only serious. Wenn es so einfach wäre, bräuchte ich das hier nicht schreiben. Wo kommt er also her, der nächste Kunde?
Wenn man Glück hat, gilt für einen die Gleichung, dass der letzte Kunde auch der nächste Kunde ist, wenn nicht?! …tja. Pech gehabt, denn dann heißt es: Akquise! Am besten eisgekühlte Kaltakquise, das macht am meisten Spaß, vorausgesetzt man hat seinen letzten Rest Stolz und Selbstachtung bereits verloren.
Wobei, eigentlich ein sehr, sehr schönes Wort, ein Wort, das man sich ruhig auf der Zunge zergehen lassen kann: Kalt-ak-qui-se. Akquise, so sagt es Wikipedia, stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von ad quaerere ab, also „hin zum Erwerb“. Erworben werden sollen hier die Kunden. Im wahrsten Sinne geht’s also ums Er-Werben. Allerdings kann man quaerere oft treffender mit „erwerben wollen“ übersetzen (siehe Lateinwörterbuch), denn wer jemals Akquise gemacht hat, weiß, dass das Wollen oft stärker ist als die tatsächliche Ausbeute. Und „werben“, so erfährt man weiter, hat die gleiche Wortwurzel wie „wirbeln“. Die Werbung wirbelt also um die potenziellen Kunden herum!
polnische ReklameWenn man Privatsender schaut oder durch Großstadtstraßen oder polnische Kleinstädte fährt, weiß man, dass in diesem Zusammenhang wieder eine tiefe Wahrheit verborgen liegt, als ob die alten Germanen es schon gewusst hätten: Überall wirbelt Werbung unerlässlich um einen herum, immer in der -manchmal verzweifelt anmutenden- Hoffnung, ein leichtgläubiges Kundentier einfangen zu können. Die Werbung ist ein Derwisch, der sich selbst in Ekstase tanzt, um dem wahren Warengott näher zu kommen. Und vor lauter Ekstase kann man schon mal seine eigentliche Bestimmung vergessen und nur noch um sich selbst oder den ADC kreisen. „Wirbel“ heißt auf Latein, um mal die Kurve wieder zu kriegen, entweder turbo oder vertex. Ach, wie toll! Turbo-Werbung, das bräuchte man doch! Turbo kommt übrigens von turbare=stören. Na, das passt ja wie der Golf zum GTI! Werbung ist die Turboinjektion von Wa(h)renversprechen. Vertex auf der anderen Seite ist von vertere abgeleitet, was „sich drehen“ heißt.
Ja, ihr kleinen Schlaumeier, ihr ahnt es sicher schon: ad vertere, was „sich zu jemand hindrehen“ bedeutet, ist die lateinische Grundlage für Advertising, wie im Englischen die Werbung heißt. Und dann sieht man noch: vertere und „werben“ beruhen auf derselben indogermanische Wurzel (und turbare ist auch nicht weit weg) und so kriegen wir ganz wirbulös auch wieder den Bogen.

Wirbelnde Derwische

Doch trotz aller etymologischen Strudel hat die Akquise, wie der Freelancer sie dann in realiter betreibt, selten was mit Wirbeln, sondern eher mit zähem Waten im Schlamm der Selbstüberwindung zu tun. „Wie schön, eine Liste mit Agenturen, die kann ich ja mal eben heute abtelefonieren, ob sie nicht zufälligerweise schon immer auf meine Dienste gewartet haben.“ Ach ja. Putzige Idee. Doch ein eher hoffnungsloses Unterfangen -selbst wenn man es wirklich umsetzen würde. Dann vielleicht internettes Broadcasting? Tolle Homepage bauen (sich dabei von einem Freelancer-Nerd für teuer Geld helfen lassen), Mitglied bei XING und LinkedIn und Facebook und wiesiealleheißen werden, Twittern ist ja eh ein Muss, dabei die SEO nicht vergessen (da gibt es übrigens Freelancer, die so was anbieten) und am Ende steht bei Google der eigene Name ganz oben, wenn man nach „Grafik Design“ sucht… Na ja, sagen wir es mal so: Irgendwer wird schon mal über eure sauteure Homepage stolpern, da bin ich mir ganz sicher…
Also: Was hilft dann wirklich? Warmakquise! Vitamin-B, am besten mit Turboinjektion. All die Freunde und Familienmitglieder, die sich nicht wehren können, all die alten Schul- und Studienkollegen und die entfernten Bekannten, die man auf der letzten Betahaus-Party kennen gelernt hat und die jemand kennen, der jemand kennt, der evtl. jemand kennt… Genau das ist der Stoff, aus dem die zukünftigen Kunden geschnitzt sind. Also Leute, ad laridum[1]! Die Konkurrenz geht auch auf Partys.


[1] lat.: Ran an den Speck


1. Dezember 2011 at 17:44 Hinterlasse einen Kommentar

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